"Knietief im Dispo",
das Album, ist der Neuverortung einer Band geschuldet, hinter deren Standpunkten mehr als ein knuffiger Rest von Punk-Romantik schillert. Weil's immer noch kein gutes Leben im schlechten gibt, sind die Fragen auch nicht besser geworden. Wo ist das "Mehr", das Pop uns mal versprochen hat? Davon kündet "Reiselust", das Rock-Monster ohne Destination, dunkelviolett wie die Vorahnung der Pest. Scheitern, wo man hinhört: Der Konkurs der Posen, Abstoßen und Stellen abbauen, das Gestammel von Sozialisierungs- und Modernisierungsverlierern. Am Horizont immerhin ein Differenzgewinn. Am Boden das katatonische Keifen von Gevatter Hein im Drei-Minuten-Raum. Man kann sich nicht erinnern, so was in den letzten zehn Jahren mal gehört zu haben. Regierung ertränken, Rhein in Flammen setzen, Börse entkernen, ein Bier, ein paar Mark, ein paar Möpse vielleicht. Was war jetzt nicht von der neuen Fehlfarben?

© Herzvision

FEHLFARBEN 2002 - von links nach rechts:
Saskia von Klitzing - Schlagzeug-Irrwisch
Frank Fenstermacher - Keyboards und vieles mehr
Thomas Schwebel - Gitarre und immer noch Brille
Peter Hein - die Stimme
Uwe Jahnke - die Solinger Gitarrenarmada
Michael Kemner - BASSSSS!
Pyrolator - Keyboards, Laptop und Supervison.